Zupfinstrumente – Die Harfe

Die drei bekanntesten Zupfinstrumente sind wohl Harfen, Zithern und Lauten, wobei die Harfe das mit Abstand größte Instrument unter ihnen ist. Die Harfe ist übrigens 2016 das „Instrument des Jahres“.

Aufbau und Technik

autoharp-907438_640Der grundsätzliche Aufbau einer Harfe hat sicher jeder vor Augen, es gibt die Harfensäule, sie ist sozusagen das Rückgrat des Instrumentes. Oben befindet sich der unter Umständen der verzierte Kopf, unten der Fuß. Vom Kopf aus führt der Hals zum Knie, das die Verbindung zum schräg nach unten verlaufenden Korpus, was auch der Resonanzkörper ist, der wiederum im Fuß endet.

Bei der simpelsten Ausführung einer Harfe ist jede Saite für nur einen Ton zuständig. Bei einer Pedalharfe jedoch kann man durch das Betätigen eines Pedals alle Töne des Instrumentes um einen Halbton erhöhen, bei einer Doppelpedalharfe sogar noch um einen weiteren Halbton. Pedalharfen wurden etwa im 18. Jahrhundert konstruiert, die aufwendige Mechanik besteht aus bis zu 2500 Bauteilen.

Harfen im Alpenland

Eine spezielle Einfachpedalharfe ist die im späten 19. Jahrhundert entstandene Tiroler Volksharfe oder Tiroler Liederharfe, die das erforderliche Umstimmen für den typischen Tonartenwechsel der Alpenländischen Volksmusik einfach durch Treten der Pedale möglich macht.

Heute ist die Doppelpedalharfe die gängigste Konzertharfe. Sie verfügt in der Regel über 47 Saiten und umfasst sechseinhalb Oktaven. Mit einer Höhe von bis zu 1,80 Meter sind sie wahre Kolosse und die Saitenspannung erfordert von den Harfenisten ein ausgeprägtes Training zur Kraftbildung sowie dem Hornhautaufbau und spezielle Techniken zur Entspannung der Hand.

Hierzulande wird die Harfe musikalisch nicht ganz so häufig eingesetzt wie in den Bereichen irischer Volksmusik. Allerdings sind die irischen Harfen etwas anders aufgebaut, es handelt sich hierbei oft um eine Hakenharfe, wenngleich der Begriff nichts über die regionale Herkunft des Instrumentes aussagt.

Harfen sind weit verbreitet

Am bekanntesten sind Instrumente, die häufig von böhmischen und thüringischen Wandermusikern gespielt wurden, daher werden sie als Böhmische Hakenharfen bezeichnet und – wie erwähnt – viele der sogenannten irischen oder keltischen Harfen sind Hakenharfen. Hakenharfen haben heute nicht mehr die ursprünglichen einfachen Haken, denn diese wurden durch Halbtonklappen (im Englischen „Levers“) ersetzt, der Name Hakenharfe ist jedoch geblieben.

Aber auch Paraguay und in Venezuela sind Harfen sehr beliebt, die sogenannte Paraguay-Harfe hat 36 Saiten und ist mit etwa 150 cm um Einiges kleiner als die oben beschriebene Konzertharfe, aber es gibt auch hier Variationen, regional abhängig vom Land, ob in Kolumbien oder den Anden, in Peru oder Chile, Ecuador oder Bolivien – überall ist die Harfe geläufig, aber nicht gleichermaßen beliebt und variiert geringfügig in der Bauweise.

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