Von der musikalischen Erziehung zum Konsum

musician-623362_640Ursprünglich diente Musik, ebenso wie Märchen, der Überlieferung von Informationen, erst später wurde daraus eine Form der Unterhaltung oder gar Kunst. In den Ursprüngen wurde sie auch aktiv ausgeübt, ganze Dörfer, ganze Familien musizierten gemeinsam und entwickelten eine den regionalen Gegebenheiten angepasste musikalische Tradition. Heute hingegen wird Musik meistens nur konsumiert, Instrumente werden kaum noch gespielt, eine musikalische Erziehung findet kaum noch statt – im Vergleich zu früher.

Die Volksmusik hat ihren Ursprung also in der Musizierpraxis der bäuerlich-dörflichen oder kleinstädtischen Gemeinschaften und war ein Spiegel der Lebensweise und oft eingebunden in rituelle Feste des Dorflebens.

Vom Ereignis zum Konsum

Im Gegensatz zu früher ist Musik heute an jedem beliebigen Ort und zu jeder beliebigen Zeit verfügbar, es ist kein soziales Ereignis mehr. Das würde im weitesten Sinne heute ein Konzertbesuch hergeben. Doch die Beliebigkeit wird von vielen kritisiert und es gibt verschiedene Organisationen, sogar Rundfunk- und Fernsehsendungen, insbesondere im süddeutschen Raum, die sich um die Bewahrung traditioneller Volksmusik bemühen.

Vom Volkslied zur Volksmusik

Der Begriff Volkslied geht in Deutschland auf Johann Gottfried Herder (1744–1803) zurück, er prägte den Begriff indem er erst schottische und dann deutsche Lieder als „Volkslieder“ bezeichnete.
Im Allgemeinen rangiert Volksmusik vom populären Schunkellied über „Schnulzen“ und Heimatlieder bis zum Schlager.

Andere Völker, andere Lieder

In Deutschland wird Volksmusik ambivalent betracht, im Gegensatz zu Folk aus England oder Schottland, Irland oder USA, der ein ganz anders Ansehen genießt und zum Teil auch ganz andere Zielgruppen erreicht. Auch in deutschsprachigen Ländern ist Volksmusik aus Irland, also Irish Folk, oder aus den USA zum Beispiel Country Music ganz anders aufgestellt, sowie auch jiddische Musik oder Zigeunermusik.

Merkmale der Volksmusik

Volksmusik ist regional sehr unterschiedlich, dennoch wird gerne auf traditionelle Instrumentierung zurückgegriffen, die regionale Mundart spielt eine wichtige Rolle.

In Deutschland wir wohl im bayerischen, österreichischen und schweizerischen Raum der Volksmusik noch viel Raum gegeben und hat auch einen festen Platz im Radio und Fernsehen. Die meisten Formen der traditionellen Volksmusik entwickelten sich überwiegend im 19. und 20. Jahrhundert.

Als Beispiele für Volksmusik wären unter anderen aufzuzählen: Walzer, Polka, Marsch, Menuette, Tanzstücke, Balladen. Gerne wird auch das Jodeln in Zusammenhang mit der Volksmusik genannt.
Viele Instrumente in der Volksmusik sind viele ältere Musikinstrumente, die in der heutigen Populärmusik kaum noch eingesetzt werden. Selbst in dem Abkömmling der Volksmusik, der Welt der Schlager, finden sich weit häufiger moderne Instrumente und auch andere Themen natürlich.

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